Wenn Xiǎo Guò in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem die richtige Übertreibung im Vorsichtigen liegt, nicht im Kühnen. Der Zustand lautet: Es ist keine Stunde für große Sprünge; eine etwas zu große Ehrerbietung, eine etwas zu gründliche Sparsamkeit, eine etwas zu lange Trauer ist jetzt richtiger als ihr Gegenteil.
Donner über Berg: in der klassischen Bildwelt der Vogel, der über den Gipfel fliegt — er kann hinaufstreben und in den Höhen verschwinden, oder er kann sich herablassen und im Tal Schutz suchen. Xiǎo Guò ist die Lehre, dass diese zweite Wahl in der gegenwärtigen Stunde die richtige ist.
Was das Buch rät, ist eine ungewöhnlich genaue Schule der kleinen Überschreitung: Mehr als gewöhnlich ehrerbietig, mehr als gewöhnlich betrübt, mehr als gewöhnlich sparsam. Es geht nicht um die große Tugend; es geht darum, in den kleinen Dingen einen Hauch zu weit zu gehen — in die Richtung der Behutsamkeit, nicht in die der Kühnheit.
Xiǎo Guò steht im Buch nach Zhōng Fú. Das Buch sagt damit: Selbst die innere Wahrhaftigkeit braucht im Äußeren das kluge Maß. Wer in Zhōng Fú aufrichtig war, dem fällt es jetzt schwerer als anderen, in den kleinen Höflichkeiten nicht zu kurz zu kommen. Die Mahnung ist Korrektur, nicht Vorwurf.