Wenn Lí in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem die Klarheit selbst nur dann trägt, wenn sie etwas zu erhellen findet. Der Zustand lautet: Sie haben Helligkeit — Einsicht, Aufmerksamkeit, Geist — und die Frage ist, woran sich diese Klarheit jetzt heftet.
Zwei Yang-Linien umfassen je eine Yin-Linie in der Mitte: in der klassischen Bildwelt das Bild der Flamme, die aussieht wie eine feste Form, in Wahrheit aber an etwas anderem haftet — am Holz, am Öl, am Docht. Lí heißt 'haften', nicht 'leuchten'; das Leuchten ist die Folge, nicht die Sache selbst.
Was das Buch rät, ist die Pflege des Gefäßes. Die Kuh — sanft, geduldig, nährend — steht im Bild des Hexagramms für das, was die Flamme trägt. Wer nur das Feuer pflegt und nicht das, woran es sich hält, sieht das Licht ausgehen. Wer das Tragende pflegt, der hat dauerhaftes Licht.
Lí folgt unmittelbar auf Kǎn und schließt damit die obere Hälfte der King-Wen-Folge ab. Das Buch sagt damit: Nach der Tiefe kommt die Klarheit, und beide gehören zusammen. Kein Licht ohne Schatten, kein Sehen ohne den Stoff, auf den die Strahlen fallen.