Wenn Xùn in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem die laute Tat weniger trägt als das leise, beständige Wirken. Der Zustand lautet: Etwas verlangt jetzt, dass Sie nicht stoßen, sondern strömen; nicht durchsetzen, sondern unterwandern; nicht erzwingen, sondern langsam überzeugen.
Wind auf Wind: in der klassischen Bildwelt der ewig wehende, kaum hörbare Strom, der überall hingelangt, ohne irgendwo zu drücken. Xùn ist die jüngste Tochter im Schema der acht Trigramme — die feinste, beweglichste, eindringlichste der Kräfte. Sie wirkt durch Wiederholung, nicht durch Größe.
Was das Buch rät, hat eine klare Linie: Verbreiten Sie Ihre Anordnungen — also, machen Sie das, was Sie wollen, vielen bekannt, damit es leise wirken kann; führen Sie die Geschäfte aus — also, üben Sie das Tagewerk, das den Strom trägt. Und sehen Sie den großen Mann — denn wo der Atem zur Tat werden soll, braucht es den, der die Richtung kennt.
Xùn steht im Buch nach Lǚ. Das Buch sagt damit: Wer als Wanderer leise gegangen ist, wer in der Fremde geübt wurde, dem öffnet sich die Kunst des unbemerkten Wirkens. Es ist die Schule, die nur der lernt, der die laute Selbstdarstellung verlernt hat.