Wenn Fēng in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem etwas seinen Höhepunkt erreicht hat. Der Zustand lautet: Die Fülle ist da — voll, hell, unbestreitbar — und die Aufgabe ist, in ihr ganz gegenwärtig zu sein, ohne sie krampfhaft festhalten zu wollen.
Donner und Blitz, gleichzeitig: in der klassischen Bildwelt der Augenblick des höchsten Gewitters, in dem Helle und Erschütterung zusammenfallen. Fēng ist die Mittagsstunde, in der die Sonne am höchsten steht — und das Hexagramm sagt es ohne Beschönigung: Von hier an nimmt das Licht ab. Es ist nicht Pessimismus, sondern Treue zum Lauf der Welt.
Was das Buch rät, hat zwei Seiten: nach außen das Entscheiden der Streitsachen und das Vollstrecken der Strafen — also: nutze die Helle, um zu klären, was lange dunkel war; in der Mittagssonne kann gerichtet werden, was nachts nicht zu erkennen war. Nach innen die Heiterkeit der Mahnung — sei ohne Sorge, sei wie die Sonne, die im Wissen um ihren Lauf nicht zaudert.
Fēng steht im Buch nach Guī Mèi. Das Buch sagt damit: Selbst nach einer Lage der Ungleichheit kann die Fülle eintreten. Doch die Reihenfolge mahnt — wer in der Fülle nicht an die ungleichen Stunden zurückdenkt, dem wird die Fülle eitel, und dann kippt sie.