Wenn Bō in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem ein Abbruch im Gange ist, der nicht aufzuhalten ist. Der Zustand lautet: Etwas, das einmal stabil war, zerbröckelt — und der Versuch, jetzt noch einmal das ganze Haus zu retten, würde die letzte tragende Linie auch noch wegreißen.
Fünf Yin-Linien drängen von unten herauf; eine einzige Yang-Linie steht noch ganz oben. In der klassischen Bildwelt ist dies der Spätherbst: die Blätter fallen, das Holz wird hart, alles bereitet sich auf den Winter vor. Bō ist nicht das Ende, sondern die Vorstunde des Endes, in der das Schwere abfällt, damit der Same bleiben kann.
Was das Buch rät, ist nicht Widerstand, sondern Schonung dessen, was unten trägt. Die Oberen befestigen ihre Wohnstätte, indem sie den Unteren reichlich geben — das heißt: in der Stunde der Zersetzung wird gegeben, nicht genommen. Wer jetzt noch ausbricht, verliert das Wenige, das noch hält.
Bō steht im Buch unmittelbar vor Fù — der Wiederkehr. Das Buch sagt damit: Nach dem Fallen kommt die Rückkehr des Lichts, doch nicht ohne dass das Fallen zuerst vollendet wird. Es ist eine der ehrlichsten Stellen des ganzen Werks — das Buch beschönigt nicht, was vergehen muss.