Wenn Guī Mèi in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem ein Eintritt in eine nicht gleichgestellte Position bevorsteht oder bereits vollzogen ist. Der Zustand lautet: Sie sind nicht im Stand, die Bedingungen zu diktieren; die Frage ist, wie Sie sich in der nachgeordneten Position bewegen, ohne Ihre Würde zu verlieren.
Donner über See: in der klassischen Bildwelt die jüngere Tochter, die in ein Haus tritt, in dem schon eine ältere lebt; sie wird nicht die Hauptfrau, sondern die zweite. Guī Mèi ist nicht moralisches Verdikt über solche Lagen — es ist die nüchterne Beschreibung der Schwierigkeit, in einer untergeordneten Stellung Selbstachtung zu wahren.
Was das Buch rät, ist nicht das Drängen nach Gleichstellung, das die Lage nicht erlaubt, sondern die genaue Wahrnehmung dessen, was vergänglich ist. Der Edle durchschaut, was zerbrechen muss; das heißt: Er erkennt, welche Erwartungen, welche Hoffnungen, welche Bilder in der jetzigen Stellung nicht halten werden, und legt sie ab, bevor sie ihn brechen.
Guī Mèi steht im Buch nach Jiàn. Das Buch sagt damit: Selbst nach der geduldigen Reifung kann eine Heirat geschehen, die nicht die Gleichberechtigte ist. Es ist die ehrlichste Stelle des Buches in seinem Umgang mit Macht — kein Beschönigen, sondern die Lehre, in der ungleichen Lage redlich zu bleiben.