Wenn Zhèn in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem etwas plötzlich eintritt und alle Sicherheiten in Frage stellt. Der Zustand lautet: Eine Erschütterung kommt — sie ist real, sie ist laut, sie reicht weit — und die Aufgabe ist, mitten in ihr die Tätigkeit nicht abzubrechen, die ohnehin würdig war.
Donner über Donner: in der klassischen Bildwelt das große Frühlingsgewitter, das die ganze Landschaft erschüttert. Zhèn ist nicht die langsame Wandlung; es ist der plötzliche Einbruch, der nicht vorhergesagt wurde. Doch das Hexagramm wertet ihn nicht als Unglück — die Erschütterung weckt das Land aus der Winterstarre.
Was das Buch rät, hat ungewöhnlich genaues Bild: Der Opferlöffel und der Krug dürfen nicht fallen. Das heißt: Wer im Schreck seine wesentliche Handlung nicht unterbricht — die Andacht, das Werk, die Bindung, die im Augenblick gerade geschah —, dem trägt die Erschütterung. Der Schock geht vorüber; das Lachen folgt; was bleibt, ist die Würde dessen, der nicht panisch wurde.
Zhèn steht im Buch dort, wo nach der zivilisierenden Arbeit des Kessels (Dǐng) der Donner ausbricht. Das Buch sagt damit: Auch in geordneten Verhältnissen kommt die Stunde des Erschreckens, in der das Geübte sich beweisen muss. Wer im ruhigen Tagewerk redlich war, dem hilft das Tagewerk im Schreck.