Wenn Guài in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem das Aufgeschobene nun zum Ausbruch drängt. Der Zustand lautet: Es ist etwas zu klären — offen, sichtbar, am Hofe des Königs, also vor den richtigen Augen —, und das weitere Schweigen würde mehr Schaden anrichten als das Sprechen.
Fünf Yang-Linien drängen aufwärts, eine einzige Yin-Linie ganz oben gibt nach: in der klassischen Bildwelt der Augenblick, in dem das Übergewicht so groß geworden ist, dass die letzte Schwäche fallen muss. Guài ist der Durchbruch — nicht der gewaltsame, sondern der gerechte, der aus der Klarheit der Lage selbst entspringt.
Was das Buch rät, ist ungewöhnlich genau: Verkünden Sie die Sache wahrhaftig, doch wissen Sie um die Gefahr; verständigen Sie die eigenen Leute, bevor Sie hinausgehen; greifen Sie nicht zu den Waffen — die Klarheit allein soll wirken. Wer in dieser Stunde Gewalt nimmt, kehrt die Gerechtigkeit ins Gegenteil.
Guài steht im Buch nach Yì. Das Buch sagt damit: Was sich gemehrt hat, drängt zum Ausbruch; nicht jede Mehrung kann verborgen bleiben. Doch die Mahnung — Reichtum auszuteilen und in der eigenen Tugend nicht stehenzubleiben — ist scharf. Der Durchbruch ist nur dann sauber, wenn er nicht aus Eitelkeit geschieht.