Wenn Yì in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem die Kräfte sich gegenseitig vermehren. Der Zustand lautet: Es ist eine Stunde, in der das Geben und das Empfangen sich verstärken; die Mittel reichen weiter, als sie eigentlich sollten, und die Bewegung trägt sich selbst.
Wind über Donner: in der klassischen Bildwelt das Wetter, das die Saat wachsen lässt — die Bewegung von oben und die Erschütterung von unten, beide einander dienend. Yì ist nicht der zufällige Glücksfall; es ist die strukturelle Mehrung, die immer dann eintritt, wenn die Energien einander stützen.
Was das Buch rät, ist eine ungewöhnlich konkrete Pädagogik: Sieht der Edle Gutes, eifert er ihm nach; hat er Fehler, legt er sie ab. In der Stunde der Mehrung wächst nicht nur das Äußere — es ist auch die rechte Zeit für die eigene Wandlung. Wer jetzt lernt, lernt schneller; wer jetzt einen Fehler ablegt, dem fällt es leicht.
Yì folgt unmittelbar auf Sǔn. Das Buch sagt damit: Erst nimmt man sich zurück, dann mehrt sich, was bleibt. Beide Hexagramme zusammen sind die ökonomische Lehre des Buches — Wachstum, das aus dem klugen Weglassen entsteht.