Wenn Xiè in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem ein lange aufgestauter Knoten sich löst. Der Zustand lautet: Etwas, das die Bewegung gehemmt hat, gibt jetzt nach — und die Aufgabe ist, das Aufgegebene nicht weiter zu verfolgen, sondern den freien Weg zu nehmen.
Donner und Regen, gleichzeitig hervorbrechend: in der klassischen Bildwelt das große Gewitter, das die schwüle Sommerluft endlich entlädt. Xiè ist die Stunde des Lösens — der Knoten geht auf, und mit ihm löst sich auch die Spannung, die in den Beteiligten gestaut war.
Was das Buch rät, hat zwei Seiten: Wo die Sache erledigt ist, kehren Sie heim — verharren Sie nicht im Ort des Streits, kosten Sie den Sieg nicht aus, kehren Sie in das Gewöhnliche zurück. Wo noch etwas zu tun ist, handeln Sie früh — die Stunde der Lösung ist auch die Stunde, in der die letzten Knoten am leichtesten aufgehen.
Xiè folgt unmittelbar auf Jiǎn. Das Buch sagt damit: Nach jeder Hemmung kommt die Befreiung; das Schwere bleibt nicht für immer. Doch die Mahnung des Edlen ist tief — er verzeiht die Fehltritte. Die Befreiung verlangt, dass das alte Unrecht nicht weiter im Herzen getragen wird.