Wenn Jiǎn in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem die gewohnte Bewegung nicht durchkommt. Der Zustand lautet: Wo Sie wollten, geht es nicht; das Hindernis ist nicht ein vorübergehendes Missverständnis, sondern eine reale Hemmung, die einen Umweg verlangt.
Wasser auf dem Berg: in der klassischen Bildwelt ein Pass im Hochgebirge, an dem ein Bergsee oder ein Schneefeld den Weg versperrt. Jiǎn ist nicht die Krise des Augenblicks; es ist die strukturelle Stockung, die sich nicht durch Drängen löst, sondern durch Klugheit.
Was das Buch rät, hat drei Linien: Wechseln Sie die Richtung — nehmen Sie die Wege des Südens und Westens, die des Empfangens, nicht die des stürmischen Vorwärts. Suchen Sie den großen Mann — die Person mit Überschau, die einen Weg sieht, den Sie selbst nicht sehen. Und bleiben Sie beharrlich — die Hemmung wird sich lösen, nicht jetzt, aber sicher.
Jiǎn steht im Buch nach Kuí. Das Buch sagt damit: Aus der stillen Entfremdung wächst, wenn nichts geschieht, die offene Hemmung. Wer in Kuí die kleinen Brücken nicht baute, dem versperrt sich in Jiǎn der Pass. Doch noch ist es nicht zu spät — der Umweg ist offen.