Wenn Dà Guò in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, der die übliche Maßgabe übersteigt. Der Zustand lautet: Die Verhältnisse sind nicht mehr in der gewohnten Bahn; die übliche Antwort genügt nicht, und ein ungewöhnliches Handeln ist verlangt — möglicherweise eines, das vorher unmöglich schien.
Vier Yang-Linien in der Mitte, zwei Yin-Linien an den Enden: in der klassischen Bildwelt der durchgebogene Firstbalken, dessen tragende Mitte überlastet ist, während die Enden brüchig bleiben. Dà Guò ist nicht der gewöhnliche Stress; es ist die Stunde, in der die Statik des Hauses zur Frage wird.
Was das Buch rät, ist nicht Vorsicht im üblichen Sinne. Im Gegenteil: Es ist fördernd, etwas zu unternehmen. Doch der Edle handelt allein, ohne Furcht und ohne Gram; er sucht keine Bestätigung und keine Tröstung. Wer in solchen Stunden auf Beifall wartet, verliert die Stunde.
Dà Guò steht im Buch zwischen Yí und Kǎn — der achtsamen Nährung und der Tiefe der Gefahr. Das Buch sagt damit: Es gibt Übergänge, in denen das gesammelte Maß nicht mehr ausreicht und das Maßlose gewagt werden muss. Doch die Mahnung ist deutlich — der Firstbalken biegt sich; das Haus ist nicht im Frieden.