Wenn Yí in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem die scheinbar kleinen Aufnahme- und Ausgabe-Handlungen den Ton des ganzen Lebens setzen. Der Zustand lautet: Achten Sie darauf, was in Sie hineingeht — Speise, Lektüre, Gespräch, Bilder — und ebenso, was aus Ihnen herauskommt: Wort, Urteil, Ton.
Die Form des Hexagramms ähnelt einem offenen Mund: zwei feste Linien als Lippen, vier weiche dazwischen. In der klassischen Bildwelt ist Yí nicht nur das Essen, sondern jede Form der Nährung — auch die geistige, auch die emotionale. Das Buch warnt vor der Trennung von Nahrung und Lehre.
Was das Buch rät, ist eine zweifache Disziplin: Sparsamkeit in Speise und Trank, Behutsamkeit in den Worten. Beides sind Übungen an demselben Punkt — am Mund, der nimmt und gibt. Wer hier achtsam wird, dem ordnen sich auch die größeren Bewegungen.
Yí steht im Buch unmittelbar nach Dà Chù. Das Buch sagt damit: Wer den Vorrat angelegt hat, muss als nächstes lernen, weise daraus zu schöpfen. Der gesammelte Reichtum ohne Maß im Konsum verbraucht sich rasch und richtet Unheil an.