Wenn Shì Hé in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem die Höflichkeit an ihr Ende gekommen ist. Der Zustand lautet: Es gibt ein Hindernis — ein Missverständnis, eine Person, eine Gewohnheit, eine offene Frage —, das nicht weiterhin umgangen werden kann, ohne dass die ganze Sache erstarrt.
Donner und Blitz: in der klassischen chinesischen Bildwelt das Bild des Gewitters, das die schwüle Luft endlich entlädt. Das Hexagramm zeigt eine einzige Yang-Linie in der vierten Stelle, zwischen den Kiefern eingeklemmt — das Hindernis selbst, das herausgebissen werden muss, damit der Mund wieder schließen kann.
Was das Buch rät, ist Klarheit ohne Grausamkeit. Die früheren Könige bestimmten die Strafen mit Festigkeit, aber sie schrieben sie zuerst auf — Recht, nicht Willkür. Wer im Augenblick des Durchbeißens nüchtern bleibt, dem gelingt der Eingriff; wer aus Zorn handelt, schafft eine neue Wunde.
Shì Hé steht im Buch nach Guān — der Betrachtung. Das Buch sagt damit: Wer lange geschaut hat, sieht irgendwann auch, was im Weg liegt. Erst aus dem Sehen erwächst das Recht zum scharfen Spruch; ohne die vorausgehende Betrachtung wäre er nur Gewalt.