Wenn Gǔ in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem ein Schaden vorliegt, der nicht im Augenblick entstanden ist. Der Zustand lautet: Es gibt einen alten Knoten — geerbt, vernachlässigt, lange aufgeschoben —, und die Arbeit, ihn zu lösen, ist nun unausweichlich Ihre.
Wind, eingesperrt unter einem Berg: das Bild eines Gefäßes, in dem etwas verdirbt, weil die Luft nicht zirkuliert. In der klassischen chinesischen Bildwelt steht das Schriftzeichen 蠱 für die Würmer, die das stehende Wasser hervorbringt — keine schöne Vorstellung, aber eine wahre. Manche Dinge faulen, wenn niemand hinsieht.
Was das Buch rät, ist eine sorgfältige Disziplin der Zeit: drei Tage Prüfung vor dem Eingriff, drei Tage Wachsamkeit danach. Wer den Knoten ohne Vorbereitung anpackt, schafft einen größeren Schaden; wer ihn anpackt und dann das Werk sich selbst überlässt, sieht den alten Zustand zurückkehren.
Gǔ steht im Buch nach Suí. Das Buch sagt damit: Wer folgt, ohne zu unterscheiden, gerät irgendwann an den Punkt, an dem das Folgen selbst zur Quelle des Verderbens wurde. Die Reparatur ist dann nicht nur eine technische Aufgabe, sondern eine moralische — die Klärung der Verantwortung.