Wenn Yù in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem die Stimmung ansteckend ist und sich von selbst zu ordnen beginnt. Der Zustand lautet: Etwas hat in Bewegung gesetzt, was vorher schlief — und die Aufgabe ist, der Bewegung Form zu geben, bevor sie sich zerstreut.
Donner, der die Erde aufschreckt: in der klassischen chinesischen Bildwelt das erste Gewitter des Frühlings, der Augenblick, in dem die Tiere aus der Winterstarre erwachen und die Saat zu treiben beginnt. Yù ist keine private Freude, sondern die geteilte, die sich überträgt.
Was das Buch rät, ist nüchtern: Vasallen einsetzen, Heere mobilisieren — also: die Strukturen errichten, die das aufgewachte Volk tragen. Wer in der Stunde der Begeisterung versäumt, ihr ein Bett zu graben, sieht die Bewegung in alle Richtungen abfließen.
Yù steht im Buch nach Modestie (Qiān). Das Buch sagt damit: Aus der stillen Tugend wächst der laute Augenblick, in dem etwas in Bewegung kommt. Doch die Mahnung ist deutlich — Begeisterung ohne Maß wird zu jenem Lärm, der nichts gebaut zurücklässt.