Wenn Qiān in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem die wahre Größe darin liegt, sich nicht groß zu machen. Der Zustand lautet: Es ist genug Kraft in Ihnen oder in der Sache — die Aufgabe ist, sie nicht herauszustellen, sondern wirken zu lassen, leise.
Ein Berg im Inneren der Erde: in der klassischen chinesischen Bildwelt das paradoxe Bild der größten Höhe, die sich unter das Niedrige fügt. Nicht der Berg ist verschwunden — er steht, wo er stand —, aber er drängt sich nicht der Sicht auf. Genau diese Lage erscheint im Hexagramm als die einzige, in der alle sechs Linien begünstigt sind.
Was das Buch rät, ist eine bestimmte Form des Ausgleichs: Verminderung des Übermaßes, Mehrung des Mangelnden, ein wachsames Auge für die Waage. Modestie ist hier nicht falsche Bescheidenheit, sondern die wache Tugend dessen, der die eigene Kraft kennt und sie nicht verschwendet.
Qiān folgt unmittelbar auf Dà Yǒu — den großen Besitz. Das Buch sagt damit: Wer Fülle hat, dessen nächste Tugend ist Modestie. Ohne sie wird der Besitz zur Last, mit ihr wird er beständig. Es ist eine der schönsten Folgen der ganzen King-Wen-Sequenz.