Wenn Dà Yǒu in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem die Mittel und Möglichkeiten vorhanden sind — die Frage ist nicht mehr das Beschaffen, sondern das Verwalten. Der Zustand lautet: Sie haben mehr, als Sie zugeben, und Ihre nächste Aufgabe liegt im klugen Umgang damit.
Feuer über dem Himmel: kein flackerndes Lagerfeuer, sondern die Mittagssonne, die jeden Winkel ausleuchtet. In der klassischen chinesischen Bildwelt ist dies die Stunde, in der nichts verheimlicht werden kann; jeder Mangel und jede Stärke sind sichtbar. Eine Yin-Linie an fünfter Stelle, mild und empfangend, hält die übrige Yang-Kraft zusammen.
Was das Buch rät, ist nicht das Ansammeln, sondern das Sieben. Der Edle weist das Schlechte ab und fördert das Gute — gerade weil er reich ist, ist seine Aufgabe die Auswahl. Wer in der Fülle nicht unterscheidet, verliert sie schneller, als er sie gewonnen hat.
Dà Yǒu steht nach Tóng Rén in der King-Wen-Folge. Das Buch sagt damit: Wer Gemeinschaft im freien Feld gefunden hat, dem fällt der große Besitz zu. Die Position warnt zugleich — der nächste Schritt ist Modestie (Qiān), denn die Fülle ist nur tragbar, wenn sie still bleibt.