Wenn Gòu in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem ein scheinbar geringer neuer Faktor in das Bild eingetreten ist. Der Zustand lautet: Etwas — eine Geste, ein Mensch, ein Gedanke, ein Risiko — ist gekommen, das noch klein ist; doch die Linie hat eine eigene Dynamik, und das Buch warnt davor, sie zu unterschätzen.
Eine einzige Yin-Linie ganz unten, fünf Yang-Linien darüber: in der klassischen Bildwelt der erste Hauch des Herbstes, der noch nicht wahrgenommen wird, der aber den Bogen der nächsten Monate bereits eingeleitet hat. Gòu ist der genaue Gegensatz zu Fù (24) — dort kehrte das Licht zurück, hier kehrt der Schatten ein.
Was das Buch rät, ist nüchterne Klarheit. Diese Begegnung ist nicht zu unterschätzen und nicht zu nehmen — also nicht in das eigene Haus aufzunehmen, ohne die Folgen zu kennen. Der Herrscher teilt seine Befehle nach allen vier Weltgegenden mit; das heißt: er macht sichtbar, was sich ankündigt, damit das Volk gewappnet ist.
Gòu steht im Buch nach Guài — dem Durchbruch. Das Buch sagt damit: Selbst nach der hellsten Klärung tritt unbemerkt eine neue Yin-Linie ein. Es ist keine Strafe; es ist der ewige Rhythmus von Aufgang und Niedergang, den das Buch nie aus den Augen verliert.