Wenn Héng in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem die Beständigkeit über die Neuheit gestellt wird. Der Zustand lautet: Eine Sache — eine Bindung, eine Arbeit, eine Übung — ist nicht für den Augenblick gedacht; sie verlangt, dass Sie in derselben Richtung weitergehen, auch wenn andere Wege verlockend sind.
Donner über Wind: in der klassischen Bildwelt das Paar des älteren Sohnes und der älteren Tochter, das Sinnbild der Ehe. Héng ist nicht das jugendliche Werben (Xián), sondern die geübte Treue über die Jahre — die Kunst, durch die Wandlungen hindurch dieselbe Sache zu bleiben.
Was das Buch rät, ist eine wache Beständigkeit. Der Edle steht fest und ändert seine Richtung nicht — aber das heißt nicht, dass er erstarrt. Im Gegenteil: Es ist fördernd, aufzubrechen. Dauer lebt davon, dass innerhalb derselben Richtung beständig neue Schritte gegangen werden.
Héng folgt unmittelbar auf Xián. Das Buch sagt damit: Auf das erste Berühren folgt die Frage nach dem Bleiben. Beide Hexagramme zusammen zeichnen den Bogen jeder ernsten Beziehung — das eine den Anfang, das andere die Beständigkeit.