Wenn Méng in Ihrer Lesung erschienen ist, benennt das Buch einen Zustand, in dem die Unwissenheit selbst Lehrerin ist. Der Zustand lautet: Etwas in Ihnen oder vor Ihnen ist roh, ungeschult, sucht noch seine Form — und der erste Schritt ist, dies ehrlich anzuerkennen.
Wasser tritt unter dem Berg hervor: stark, aber ohne Richtung. In der klassischen Kosmologie ist dies das Bild des jungen Kindes, das fragt, ohne zu wissen, dass es fragt. Méng ist nicht Dummheit, sondern jene reine Bereitschaft, die dem Wissen vorausgehen muss.
Was das Buch rät, ist eine bestimmte Disziplin der Demut: einmal aufrichtig fragen, die Antwort empfangen, und dann handeln. Wer dieselbe Frage zwei- und dreimal stellt, hat nicht gehört; er versucht, dem Orakel ein anderes Ergebnis abzuringen. Das Buch verweigert sich solchem Drängen.
Méng steht an vierter Stelle, dicht nach Zhūn — Anfangsschwierigkeit findet ihre Antwort im Lernen. Die Position weist auf den Übergang vom Keimen zum Aufnehmen: Wer das Unwissen nicht eingesteht, dem bleibt der nächste Schritt verschlossen.